Schlafraub! – Xavier N. schuldig gesprochen!

Freitag, der 13. Oktober 2006, 11:03 Uhr von daburna

“Eigentlich” – sobald man dieses Wort benutzt, meint man, daß man sich etwas vorgenommen hat, es aber nicht geschafft hat oder, daß etwas so und so sein sollte, es aber nicht so ist. So war das auch bei mir. Eigentlich wollte ich niemals so spiessig sein, daß ich die Polizei wegen Ruhestörung rufe, aber die Grenze der Toleranz war eindeutig überschritten.

So geschehen zum erstenmal vor 2 Wochen, als ich nachts um 3 Uhr davon aufwachte, daß Xavier Naidoo (den ich eh schon nicht so leiden kann) auf heavy rotation lief. Als nach einer Stunde klar wurde, daß sich die CD wiederholte, die Lautstärke nicht abnahm, keiner aus den umliegenden 3 – 5 Wohnungen sich beschwerte (auch ich konnte nicht direkt zu ihm gehen, da die Wohnung im anderen Block war, es also einen anderen Eingang gab) und der Typ wohl eingeschlafen war, war es dann soweit und ich wählte zum erstenmal die 110.

Die Helfer in (hier noch) grün waren dann recht schnell an Ort und Stelle und schafften es tatsächlich ohne Schlüßel in den Hausflur zu kommen. Allerdings war der Xavier N. Fan tatsächlich eingeschlafen und weder Klingel noch vehemntes Klopfen der Polizisten an der Tür konnten ihn wecken. Also riefen die ihre Kollegen von der Feuerwehr und den Krankenwagen und irgendwie kamen sie dann doch rein. Knapp 1 1/2 Stunden nachdem ich aufwachte, war der Spuck dann vorbei.

Und jetzt kommt wieder ein Satz mit eigentlich, denn eigentlich hätte der Typ ja daraus lernen müssen, aber das war natürlich nicht das letztemal, daß ich von dieser CD geweckt wurde. In den letzten zwei Wochen war das jetzt mindestens viermal der Fall. Allerdings hat er dann nach 10 Minuten die CD ausgemacht. Gestern nacht nicht. Da lief dann von ca. 4 bis 5:30 Uhr ein einziges Lied auf Wiederholung. Sehr ironisch dazu dann diese beiden Zeilen aus dem Refrain:

Wir müssen geduldig sein
Dann dauerts nicht mehr lang

Die Geduld am Ende rief ich dann wieder 110, nur diesmal kamen die beiden Herren nicht in das Nachbarhaus hinein. Nachher werd ich mal hingehen und bei dem Typen klingeln und freundlich fragen, ob er das mal bitte sein lassen kann. Es bleiben aber noch ein paar Fragen offen:

Wieso stört es denn nur uns? Arbeitet hier keiner im Wohnblock? Denn in der Woche nachts geweckt werden, geht doch garnicht klar. Ist die Toleranz, wenn man das in so einem Fall so nennen kann, im ostdeutschen Plattenbau einfach anders? Und was würdet ihr tun?

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Geschrieben in: Greifswald | Schlagwörter: ,
0 Trackbacks | 3 Kommentare » | Views: 64 | Print This Post Print This Post

Über den Autor:
daburna
Schreibt hier seit August 2005 den Blog. Geographiestudent mit Lebensmittelpunkt in der Hansestadt Greifswald.
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3 Antworten

  1. jonathan sagt:

    Aller, dat is ja krass! Ich mein, wenn das wenigstens gute Musi wäre, aber so? Ich würde an deiner Stelle erstmal bei den Sportfreunden der Sperrtechnik eintreten, dann gibt’s auch keine Probleme mehr mit verschlossenen Türen. Und dann tagsüber wenn er weg (?) ist, einfach in die Wohnung rein und Sachen verändern. Z.B. ein Bild umhängen oder den Abwasch machen. Aber nie wirklich so viel, dass er sich absolut sicher sein kann, dass jemand in seiner Wohnung war. Immer soviel, dass er denkt: “Hä? Aber das war doch…komisch.” Nach nem Monat ist der draußen. Gute alte Stasi-Methode! Und sonst halt das Übliche. Drohbriefe und so.

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